Erfahrungsaustausch: Expertinnen und Experten der Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren diskutieren AR-Technologien für KMU.

Welche Potenziale eröffnen Augmented-Reality-Technologien für kleine und mittlere Unternehmen? In welchen betrieblichen Bereichen lassen sich diese Technologien einsetzen? Sind Augmented-Reality- Anwendungen in einer Branche auf andere übertragbar? Welche betrieblichen Strategien befördern die Einführung? Am 25. Mai haben sich 28 Expertinnen und Experten aus den 26 Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren zum virtuellen Austausch getroffen, um diese Fragen zu diskutieren und Antworten zu geben.

„Mit der Arbeitsgruppe ‚Umsetzungsprojekte‘ der Zentren haben wir eine hervorragende Diskussionsplattform“, erläutert Michael Rehe, Geschäftsführer des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Hannover, der die AG gemeinsam mit Walter Pirk, vom Kompetenzzentrum Digitales Handwerk leitet. „In der AG können wir die vielfältigen Erfahrungen, die die Zentren in ihren Veranstaltungen und Projekten gewonnen haben, zusammenführen. Das hilft uns bei der Einschätzung, ob und wie neue Technologien gewinnbringend bei KMU eingesetzt werden können“, so Rehe weiter. Die Zentren konnten bereits zahlreiche AR-Projekte mit Unternehmen umsetzen. „Mich freut es besonders, dass darunter viele Handwerksbetriebe sind. Das ist auch ein Kennzeichen für die Offenheit des Handwerks, neue Technologien im eigenen Betrieb anzuwenden“, sagt Walter Pirk, Leiter des Zentrums Digitales Handwerk.

Gleich drei erfolgreiche Projektbeispiele standen beim Expertenaustausch auf der Tagesordnung. Das Kompetenzzentrum Siegen stellte die Entwicklung und Einführung einer AR-Anwendung für die Rüstunterstützung von komplexen Produktionsmaschinen vor. Florian Jasche vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Siegen: „Das Projekt hat gezeigt, dass mit der Technologie auch Mitarbeitende mit geringen Vorkenntnissen komplexe Arbeitsvorgänge an den Produktionsmaschinen übernehmen können.“

Dass Mitarbeitende durchaus positiv auf den Einsatz neuer Technologien reagieren, zeigt das Projekt des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Chemnitz zur Einführung von Datenbrillen und Co. für Instandhaltung und Service. „Unabhängig vom Alter waren alle Mitarbeiter mit viel Begeisterung und Neugier für das Projekt dabei. Dies sind ganz wesentliche Faktoren für die erfolgreiche Einführung neuer Technologien“, erläutert Luise Weißflog vom Zentrum Chemnitz.

Neue Optik – Brillen analog und digital heißt das Projekt des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Berlin. Um sich am Mark gegenüber den Onlineshops behaupten zu können, hat ein Optikergeschäft mit Unterstützung des Zentrums Berlin sein analoges Angebot digital erweitert. Der Kunde kann nun im Geschäft verschiedene Brillenmodelle virtuell anprobieren.

Das Fazit der Expertinnen und Experten zu AR-Anwendung für KMU war einhellig. Augmented-Reality-Technologien lassen sich sinnvoll in den Betrieben einsetzen. Die Attraktivität wird auch insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Anschaffungskosten weiter sinken werden, zunehmen. „Die Technologien werden günstiger werden, so dass es leichter fällt, erst einmal etwas auszuprobieren“, meint Guido Hammer vom Kompetenzzentrum eStandards.

Links zu den vorgestellten Projekten:

Entwicklung und Einführung einer AR-Anwendung für die Rüstunterstützung von komplexen Produktionsmaschinen

https://kompetenzzentrum-siegen.digital/projekte/

Neue Optik – Brillen analog und digital

https://gemeinsam-digital.de/portfolio/neue-optik-brillen-analog-und-digital/

Datenbrillen & Co. Für Instandhaltung und Service

https://betrieb-machen.de/praxisbeispiel_datenbrille/