Die am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover entwickelte intelligente Werkzeugmaschine passt die Prozessparameter für einen stabilen und produktiven Prozess automatisch an. Projektmitarbeiterin Svenja Reimer erklärt die Funktionsweisen und Vorteile der Maschine im Video.

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Selbsterregte Schwingungen, die sogenannten Ratterschwingungen, sind eine der größten Herausforderungen in der Zerspanung, da sie zu einer schlechten Oberflächenqualität der Werkstücke und zu einem übermäßigen Werkzeugverschleiß führen. Das Auftreten von Ratterschwingungen wird maßgeblich von den Prozessstellgrößen Drehzahl, Schnitttiefe und Schnittbreite beeinflusst. Die Einstellung dieser Prozessstellgrößen um einen gleichzeitig möglichst produktiven und stabilen Prozess zu gewährleisten ist bislang nur durch aufwändige und komplexe Simulationen möglich. Zeitliche Veränderungen der Prozessstabilität, beispielsweise durch thermische Einflüsse und Werkzeugverschleiß, werden mit den bisherigen Methoden nicht berücksichtigt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben Forscherinnen und Forscher am IFW die „intelligente Werkzeugmaschine“ entwickelt. Durch die prozessparallele Erfassung der Eingriffsbedingungen und der aktuellen Prozessstabilität lernt die Werkzeugmaschine selbständig, welche Prozessparameter zu einem stabilen Prozess mit maximaler Produktivität führen und passt die Prozessstellgrößen autonom an den aktuellen Prozesszustand an.