Warum ist es für Unternehmen zunehmend von Bedeutung, sich als lernende Organisationen zu verstehen? Wie können digitale Lernformate helfen, aktuelle und zukünftige Herausforderungen besser zu meistern und wie kann die betriebliche Umsetzung einer nachhaltigen Lernkultur im Unternehmen unterstützt werden?

Im Zuge der Digitalisierung sind Unternehmen mit einer stetigen Technologisierung, Flexibilisierung und Transformation ihrer bestehenden Prozesse und Strukturen konfrontiert. Hieraus resultiert ein Organisations- und Arbeitswandel. Unternehmen sind daher vermehrt gefragt, sich auf eine Veränderung der Qualifikationsanforderungen ihrer Mitarbeitenden einzustellen, die für die erfolgreiche Gestaltung einer (zukünftig) digitalisierten Arbeitswelt notwendig sind. Es geht dabei um die Befähigung der Mitarbeitenden, neue Problemstellungen selbstständig zu bewältigen, Eigeninitiative in der Gestaltung der Arbeitsumgebung zu zeigen und nicht zuletzt die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

Unternehmen sind in diesem Zusammenhang gefordert, entsprechende Lernmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen, um individuelle Bildungsprozesse mit strukturellen Transformationsprozessen zu verknüpfen. Hieran schließt sich die Frage, wie eine solche „Bildung in einer durch digitale Technik geprägten Welt“ ausgestaltet werden kann.

Nachhaltige Lernkulturen im Unternehmen

Das Verhältnis von Lernen und Arbeiten sowie von individuellem und kollektivem Know-how muss grundsätzlich neu gedacht werden. Die reine Wissensaneignung und der Erwerb fachlicher Kompetenzen über klassisch curricular organisierte Lernangebote ist nicht länger ausreichend. Unternehmen sind immer mehr in der Verantwortung, sich als lernende Organisationen verstehen und Strukturen im Arbeitsalltag zu schaffen, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum nachhaltigen und kontinuierlichen Lernen (Lebenslangen Lernen) befähigt werden. Dies gelingt insbesondere dann, wenn Lernmöglichkeiten eigenverantwortlich und individuell gestaltet sind und das Gelernte anschlussfähig in die Praxis transferiert werden kann. Nur wenn sich Mitarbeitende mit erworbenem Wissen auseinandersetzen, es weiterentwickeln, auf Neues beziehen und in einen (Unternehmens-)Kontext bringen können, sind sie auch in der Lage, mit zukünftigen Herausforderungen flexibel umzugehen.

Digitales Lernen und Wissensmanagement

Moderne Lernkulturen im Unternehmen sind eng mit der Frage verknüpft, über welche Wege Informationen für Mitarbeitende zugänglich gemacht werden. In einer vernetzten Welt erneuert und aktualisiert sich das Wissen im Unternehmen ständig. Es reicht nicht länger, dies auf der Basis individueller Erfahrungen und Erkenntnisse als subjektives Gut zu betrachten. Vielmehr gehört es nachhaltig erfasst, veröffentlicht und geteilt. Unternehmen müssen daher entsprechende Strukturen für eine ganzheitliche Informations- und zugleich Lernumgebung etablieren, sodass individuell vorhandenes Wissen in kollektiv bereitgestellte Speichermedien überführt und letztlich dem Unternehmen als Gesamtorganisation zur Verfügung gestellt wird. Die Etablierung eines solchen Wissensmanagements gilt in diesem Sinne als eine grundlegende Voraussetzung für eine lernende Organisation. Der Einsatz von digitalen Formaten als Lern- und Informationsangebot und damit die Verknüpfung von Wissensmanagement und digitalem Qualifizierungsangebot schafft die Einbindung der Mitarbeitenden als entscheidende betriebliche Akteurinnen und Akteure und ermöglicht gleichzeitig ein individuelles, selbstständiges und vor allem kontinuierliches Lernen hin zu einem innovativen und zukunftsfähigen Unternehmen.

Sie wollen mehr dazu erfahren? Gemeinsam mit der KIRCHNER Engineering Consultants GmbH hat das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover ein Projekt zum Thema „Digitale Weiterbildung und Wissensmanagement“ durchgeführt. https://mitunsdigital.de/projektbeispiele/digitale-weiterbildung-und-wissensmanagement/